
Einfach erklärt. Sofort umsetzbar. Alltagstauglich.
Du erinnerst dich noch an die ersten Wochen? Dein Hund hat „Sitz“ gelernt, ist brav neben dir gelaufen – und dann, von einem Tag auf den anderen, ist alles vorbei. Er hört nicht mehr, zieht wieder an der Leine und ignoriert dich komplett. Schaut dich an als würde er dich zum ersten Mal sehen. Willkommen in der Hundepubertät. 😄 Dieser Artikel erklärt dir was wirklich dahinter steckt und was wirklich hilft – ehrlich und ohne Umwege. 🐾
Was steckt wirklich dahinter?
Zwischen dem 5. und 12. Monat passiert im Kopf deines Hundes gerade sehr viel. Hormone schießen hoch, das Gehirn wird umgebaut – ähnlich wie bei Teenagern. Deshalb muss alles was vorher funktioniert hat jetzt neu verankert werden. Das ist kein Trotz, sondern Biologie. Weil dieser Umbau Energie kostet ist dein Hund außerdem oft unruhiger, abgelenkter und impulsiver als zuvor.
Typische Anzeichen der Hundepubertät sind plötzlich ignorierte Kommandos, schlechtere Leinenführigkeit, mehr Ablenkung durch andere Hunde oder Gerüche, übertriebene Reaktionen und weniger Impulskontrolle. Außerdem kann dein Hund in dieser Phase anfangen an der Leine zu ziehen obwohl er es schon nicht mehr getan hat – weil die Außenwelt einfach zu interessant ist. Dein Hund vergisst dich nicht – er ist gerade einfach woanders. 🐾
💡 Studien zeigen dass Hunde in der Pubertät ihren Besitzern ähnlich trotzen wie Teenager ihren Eltern – sie ignorieren Kommandos von vertrauten Personen öfter als von Fremden. Ja, dein Hund ignoriert bewusst dich. Die gute Nachricht? Das ist völlig normal und es geht vorbei. 🐾

Wann beginnt die Hundepubertät – und wann ist sie vorbei?
Das hängt stark von der Rasse und dem individuellen Hund ab. Kleine Rassen kommen oft früher in die Pubertät – manchmal schon mit 5 Monaten. Große Rassen starten später aber dafür dauert die Phase oft länger. Deshalb gilt als grobe Faustregel: Pubertät zwischen dem 6. und 18. Monat, bei großen Rassen auch bis 24 Monate.
Woran merkst du dass die Phase vorbei ist? Dein Hund wird ruhiger, fokussierter und verlässlicher. Die Kommandos funktionieren wieder – manchmal sogar besser als vorher. Außerdem lassen Hyperaktivität und Impulsivität deutlich nach. Das glaubt mir keiner wie viele Hundebesitzer mir geschrieben haben: „Plötzlich war er wie ausgewechselt – zum Guten!“ 🐾
Die 3 größten Fehler in der Hundepubertät
Fehler 1 – Aufgeben: „Ich hab alles versucht – er hört einfach nicht.“ Das höre ich so oft und ich verstehe es wirklich. Jedoch genau jetzt aufzugeben wäre der größte Fehler den du machen kannst, weil diese Phase vorbeigeht – aber nur wenn du dranbleibst!
Fehler 2 – Strafen statt führen: Laute Stimme, Leinenruck, Frust rauslassen – das macht alles schlimmer. Dein Hund versteht nicht warum du wütend bist. Deshalb braucht er jetzt Klarheit und Ruhe – keine Energie die ihn zusätzlich aufwühlt. Falls du merkst dass die Leinenführigkeit komplett eingebrochen ist, hilft der passende Artikel weiter.
Fehler 3 – Training pausieren: „Warten bis er ruhiger wird.“ Nein. Genau jetzt ist Training am wichtigsten. Kurz, konsequent, positiv – jeden Tag. Weil Hunde die in der Pubertät weiter trainiert werden diese Phase deutlich besser und schneller überstehen als solche die sich selbst überlassen werden.
Was wirklich hilft – 7 Dinge die du sofort tun kannst
1. Konsequenz – jeden Tag: Kurze Trainingseinheiten jeden Tag sind besser als einmal pro Woche eine Stunde. Dein Hund braucht jetzt Verlässlichkeit, weil draußen alles so aufregend ist. Ein Leckerli-Beutel am Gürtel hilft dabei, Belohnungen immer griffbereit zu haben.
2. Mentale Auslastung erhöhen: Ein erschöpfter Junghund ist ein ruhiger Junghund. Eine Schnüffelmatte oder ein Kong Classic mit eingefrorenem Futter wirken Wunder – weil mentale Auslastung müder macht als ein langer Spaziergang. Außerdem helfen Nasenarbeit und Suchspiele enorm.
3. Kurze Trainingseinheiten: 5 Minuten konzentriert sind mehr wert als 30 Minuten frustriert. Dein Junghund kann sich gerade einfach noch nicht lange fokussieren – deshalb arbeite damit, nicht dagegen. Hochwertige Leckerlis machen dich in diesen kurzen Einheiten deutlich interessanter als alles andere.
4. Leinenführigkeit neu aufbauen: Ja, von vorne. Stillstehen wenn er zieht, Richtungswechsel, lockere Leine belohnen. Alles was du schon kennst – jedoch mit mehr Geduld. Eine gute Trainingsleine hilft dabei enorm. Für sehr starke Zieher kann außerdem ein Anti-Zug-Geschirr sinnvoll sein – weil es den Zug sofort deutlich reduziert.
5. Konsequenz bei allen Personen: Alle in der Familie müssen dasselbe machen. Wenn du stoppst wenn er zieht und dein Partner einfach weitergeht, lernt dein Hund: bei einer Person klappt es, bei der anderen nicht. Das reicht ihm. Lol. 😄 Deshalb kurze Familienrunde machen und alle auf den gleichen Stand bringen.
6. Rückruf täglich üben: Der Rückruf ist das wichtigste Kommando überhaupt – besonders in der Pubertät wenn dein Hund alles interessanter findet als dich. Deshalb täglich üben, immer mit großer Belohnung und nie bestrafen wenn er kommt. Weil ein schlechter Rückruf langfristig gefährlich werden kann ist das jetzt Priorität.
7. Ruhige Energie zeigen: Dein Hund spürt deine Frustration sofort – und sie macht ihn noch aufgedrehter. Deshalb tief durchatmen, kurze Pause machen und mit ruhiger Stimme weiterarbeiten. Das ist leichter gesagt als getan – aber es macht einen riesigen Unterschied. 🐾

Der Perspektivwechsel der alles verändert
Frag dich nicht: „Warum hört er nicht?“ Frag dich stattdessen: „Warum sollte er sich gerade für mich entscheiden?“ Das ist der Gamechanger. Weil die Antwort darauf zeigt was du wirklich tun musst – interessanter werden als alles andere da draußen. Und das geht! 🐾
Interessanter werden bedeutet: Unvorhersehbarer werden. Richtung wechseln ohne Ankündigung. Manchmal rennen. Mal stehen bleiben. Weil dein Hund dich beobachten muss wenn du unberechenbar bist – und das ist genau der Effekt den du willst. Außerdem hilft es die Belohnungsrate zu erhöhen – häufiger belohnen, größere Belohnungen in ablenkungsreichen Umgebungen.
Wenn der Hund plötzlich wieder beißt oder bellt
Manche Hunde zeigen in der Pubertät auch Verhaltensweisen die vorher kein Thema waren. Plötzlich bellt er fremde Hunde an, ist aggressiver oder beißt beim Spielen zu fest. Weil das Hormonsystem gerade verrücktspielt ist das nicht unbedingt ein Zeichen für ein ernstes Problem – aber es sollte nicht ignoriert werden.
Wer merkt dass das Beißverhalten zunimmt findet im Artikel Welpe beißt – was wirklich hilft konkrete Tipps. Außerdem ist es wichtig zu verstehen ob es sich um normale Pubertätssymptome handelt oder um echte Aggression – weil der Unterschied groß ist. Bei echten Aggressionsproblemen immer einen Profi hinzuziehen. 🐾
Was ist mit dem Alleine bleiben in der Pubertät?
Viele Hundebesitzer berichten dass ihr Hund in der Pubertät plötzlich schlechter alleine bleibt – obwohl er es vorher gut konnte. Weil die emotionale Regulation in dieser Phase schwieriger ist reagiert er auf Stress anders als bisher. Deshalb das Alleine bleiben ebenfalls neu aufbauen – kurze Abwesenheiten, langsam steigern, nie mit Frust reagieren wenn er gejault hat. Mehr dazu im Artikel Hund alleine bleiben. 🐾
Online-Kurse als Unterstützung in der Pubertät
Manchmal braucht man einfach professionelle Unterstützung – und das ist absolut kein Zeichen von Schwäche. Weil strukturiertes Training mit Expertenbegleitung in der Pubertät besonders effektiv ist lohnt sich ein Blick auf gute Online-Kurse.
mydog365 bietet über 150 Tagesaufgaben und Live-Webinare – ideal für die tägliche Begleitung. Sarah Löwenstein hat einen sehr strukturierten Wochenplan der auch für Junghunde in der Pubertät funktioniert. Und Désirée Scheller erklärt wunderbar warum Hunde so handeln wie sie es tun – was gerade in der Pubertät Gold wert ist. Alle drei findest du ausführlich im Online Welpenkurs Vergleich. 🐾
Häufige Fragen – kurz und ehrlich beantwortet
Wie lange dauert die Hundepubertät? Meistens zwischen dem 6. und 18. Monat – je nach Rasse auch länger. Große Rassen brauchen oft mehr Zeit. Deshalb ist Geduld jetzt dein wichtigstes Werkzeug!
Mein Hund ist schon 2 Jahre – ist es zu spät? Nein, niemals. Hunde können in jedem Alter lernen, obwohl es etwas mehr Geduld und Konsequenz braucht. Deshalb nie aufgeben – es funktioniert! 😊
Soll ich einen Hundetrainer holen? Wenn du das Gefühl hast du kommst alleine nicht weiter – ja, absolut. Keine Schande sondern klug. Außerdem gibt es tolle Online-Kurse die dir helfen können ohne dass du extra in die Hundeschule musst.
Mein Hund war vorher so brav – warum ist das jetzt so? Weil die Pubertät kommt. Immer. Auch bei den braven Hunden. Deshalb nicht an sich selbst zweifeln – das ist Biologie, keine Erziehungsniederlage. 🐾
Hilft Kastrieren gegen die Pubertät? Manchmal bei männlichen Hunden – jedoch ist das eine medizinische Entscheidung die du mit deinem Tierarzt besprechen solltest. Weil Kastration auch Nachteile haben kann ist das nichts was man vorschnell entscheiden sollte. Außerdem löst Kastrieren nicht alle Verhaltensprobleme.
Darf ich meinen Hund in der Pubertät öfter freilaufen lassen? Eher weniger – weil ein Hund der in der Pubertät oft unkontrolliert freiläuft lernt dass er selbst entscheiden kann was er tut. Deshalb lieber an der Trainingsleine oder langen Schleppleine üben und Freilauf als Belohnung für gutes Verhalten einsetzen. 🐾
Fazit – du schaffst das! 🐾
Die Hundepubertät ist nicht das Ende – sie ist eine Phase. Eine nervenaufreibende, manchmal frustrierende, aber überwindbare Phase. Dein Hund braucht dich jetzt mehr als je zuvor – nicht als Bestrafer, sondern als ruhige, klare Führungsperson die einfach dranbleibt.
Und das glaubt mir keiner – aber die Hunde die diese Phase mit konsequentem Training durchlaufen, werden die verlässlichsten und ausgeglichensten Hunde überhaupt. Schau auch gerne in den Artikel Welpen erziehen – die ersten 4 Wochen und die Welpen Erstausstattung für weitere Unterstützung. 🐾
Dieses Poster kannst du dir ganz einfach ausdrucken und aufhängen – als tägliche Erinnerung für dich und deinen Hund. 🐾





